Israel und der Libanon haben ihren umstrittenen Waffenstillstand um weitere 45 Tage verlängert, obwohl beide Seiten weiterhin schwere Angriffe verüben. Die Einigung wurde nach zweitägigen Verhandlungen in Washington bekannt gegeben, während gleichzeitig israelische Luftangriffe am Mittwoch mindestens elf Menschen im Libanon töteten und die Hisbollah 33 Attacken auf israelische Streitkräfte im Südlibanon meldete.
Der ursprünglich am 17. April in Kraft getretene Waffenstillstand sollte am Sonntag auslaufen, wurde aber trotz anhaltender Gewalt erneuert. Besonders schwerwiegend war ein israelischer Angriff auf ein Zivilschutzzentrum in der Stadt Harouf im Distrikt Nabatieh, bei dem drei Sanitäter getötet und ein vierter schwer verletzt wurde. Das libanesische Gesundheitsministerium verurteilte den direkten Angriff auf die von der Gesundheitsbehörde betriebene Einrichtung als barbarischen Angriff und Verstoß gegen das internationale Völkerrecht.
Die Hisbollah intensivierte ihrerseits ihre Angriffe auf israelische Truppen im Südlibanon erheblich. Die Miliz meldete 33 koordinierte Attacken allein am Freitag, bei denen Raketen, Drohnen, Sprengfallen und Artillerie zum Einsatz kamen. Zu den Zielen gehörten israelische Truppenstützpunkte, gepanzerte Fahrzeuge und Militärbulldozer in mehreren Grenzorten. Die Angriffe richteten sich unter anderem gegen das Hauptquartier der 300. Brigade der israelischen Armee und Soldaten in den Städten Bint Jbeil und Rashaf.
Die Verlängerung des Waffenstillstands wurde von der libanesischen Präsidentschaft begrüßt, die jedoch gleichzeitig unabhängige Überwachungsmechanismen und feste Garantien der Vereinigten Staaten forderte. In einer Erklärung hieß es, die Verlängerung könne den Druck auf die Zivilbevölkerung verringern und zur Stabilität beitragen. Die libanesische Delegation bezeichnete die Einigung als kritische Atempause für die Bürger und einen Schritt zur Stärkung staatlicher Institutionen.
Die Verhandlungen in Washington wurden von den USA vermittelt, wobei das Außenministerium ankündigte, die politischen Gespräche wieder aufzunehmen. Zusätzlich soll im Pentagon ein Sicherheitsdialog mit Militärdelegationen beider Länder etabliert werden. Israels Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, beschrieb die Verhandlungen als offen und direkt, ohne weitere Details zu nennen.
Die humanitäre Lage im Libanon bleibt dramatisch. Seit dem 2. März wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums 2.951 Menschen durch israelische Angriffe getötet und 8.988 weitere verwundet. Israel berichtete seinerseits, in der vergangenen Woche über 220 Hisbollah-Kämpfer getötet zu haben, was die Intensität der anhaltenden Kampfhandlungen verdeutlicht.
Die UN-Friedenstruppen im Südlibanon (UNIFIL) berichteten von erheblichen Behinderungen durch israelische Streitkräfte. UN-Sprecher Farhan Haq teilte mit, dass israelische Panzer an zwei Tagen Friedenstruppen blockierten und sogar ihre Hauptgeschütze auf UN-Konvois richteten. Drei israelische Mörsergranaten schlugen etwa 70 Meter von einer UN-Position entfernt ein. Die Vereinten Nationen kritisierten diese Beschränkungen als unvereinbar mit der Bewegungsfreiheit der Friedenstruppen.
Trotz der formellen Waffenstillstandsverlängerung setzen sich die Kampfhandlungen unvermindert fort. Die Hisbollah führte koordinierte Angriffe mit Drohnen, Raketen und Artillerie gegen israelische Stellungen durch, während Israel weiterhin Luftangriffe auf libanesisches Territorium fliegt. Diese Dynamik wirft Fragen über die praktische Wirksamkeit des Abkommens auf.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit wachsender Sorge. Das libanesische Gesundheitsministerium warf der internationalen Gemeinschaft vor, durch ihr Schweigen Israels Vorgehen zu ermöglichen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begünstigen. Die Verlängerung des Waffenstillstands bietet zwar eine diplomatische Atempause, doch die anhaltende Gewalt zeigt die Fragilität der Vereinbarung und die Schwierigkeit, einen dauerhaften Frieden zu erreichen.
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Israel und Libanon haben den Waffenstillstand um 45 Tage verlängert
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Was gesichert ist
- Israel und Libanon haben den Waffenstillstand um 45 Tage verlängert
- 2.951 Menschen wurden seit März durch israelische Angriffe getötet
- Israelischer Angriff auf Zivilschutzzentrum tötete drei Sanitäter in Harouf
- Hisbollah führte 33 Angriffe auf israelische Streitkräfte im Südlibanon durch
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Chronologie
TRT World · 16. Mai 2026 um 00:20
Israel kills 10, wounds 44 in Lebanon in latest violation of ceasefire
Japan Times · 16. Mai 2026 um 00:44
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RT · 16. Mai 2026 um 01:33
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The Hindu · 16. Mai 2026 um 03:29
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