Die Vereinigten Staaten haben in der Nacht zum Dienstag zum dritten Mal in Folge Luftangriffe auf Ziele im Iran geflogen. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, die Angriffe erfolgten „auf Anweisung des Oberbefehlshabers“ und richteten sich gegen mehrere Standorte im Land. Parallel dazu kündigte Präsident Donald Trump an, eine Seeblockade gegen den Iran wieder in Kraft zu setzen und Schiffen künftig Gebühren für die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus in Rechnung zu stellen. Diese Ankündigung markiert nach Einschätzung mehrerer Redaktionen eine bemerkenswerte politische Kehrtwende, da Washington bislang die freie Durchfahrt durch die strategisch bedeutsame Meerenge als internationales Interesse verteidigt hatte.

Die neue Angriffsserie reiht sich in eine seit Tagen anhaltende militärische Eskalation ein. Bereits in der Nacht zuvor hatten sich amerikanische und iranische Streitkräfte gegenseitig mit Angriffen beantwortet, wie unter anderem Sputnik berichtete. CENTCOM sprach damals von „Dutzenden Zielen an mehreren Standorten“, die mit präzisionsgelenkter Munition getroffen worden seien. Damit ist die im Juni vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und Iran nach Einschätzung der New York Times faktisch aufgehoben; beide Seiten seien in einen Zustand offener Konfrontation zurückgekehrt, der dem vor dem Waffenstillstand ähnelt.
CENTCOM begründete die fortgesetzten Angriffe damit, dass sie „weiterhin hohe Kosten für iranische Kräfte verursachen und deren Fähigkeit schwächen sollen, unschuldige Zivilisten und den Handelsschiffsverkehr in der Straße von Hormus anzugreifen“, wie es in einer Erklärung hieß, die von mehreren Medien, darunter The Guardian und Hespress English, zitiert wurde. Über die genaue Zahl der Ziele, mögliche Opfer oder Schäden auf iranischer Seite liegen in den vorliegenden Berichten keine verlässlichen Angaben vor.
Trump selbst positionierte sich in seinen öffentlichen Äußerungen zwiespältig. Einerseits kündigte er die Blockade und neue Gebühren für die Durchfahrt durch Hormus an, andererseits betonte er laut mehreren Quellen, darunter TRT World und Channel News Asia, dass ein Abkommen mit Teheran weiterhin „möglich“ sei. Zugleich forderte er, Golfstaaten sollten die USA für den Schutz der Straße von Hormus finanziell entschädigen. Diese Kombination aus militärischem Druck, wirtschaftlichem Kalkül und diplomatischer Offenheit prägt seine öffentliche Kommunikation in dieser Phase des Konflikts.
Die iranische Seite reagierte nach Angaben von France24 mit spöttischen Gegenankündigungen: Teheran habe erklärt, für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus künftig einen niedrigeren Betrag zu verlangen als die von den USA angekündigten Gebühren. Diese Aussage lässt sich als symbolische Retourkutsche auf Trumps Blockade- und Gebührenankündigung lesen, wenngleich unklar bleibt, wie eine solche iranische Maßnahme praktisch umgesetzt werden könnte, da der Iran keine alleinige Kontrolle über die internationale Wasserstraße besitzt.
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, durch die ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Gastransports verläuft. Jede Ankündigung von Blockaden, Gebühren oder militärischen Aktionen in dieser Region hat daher unmittelbare Relevanz für globale Energiemärkte und internationale Handelsschifffahrt. Beobachter wie Aaron David Miller, Senior Fellow an der Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden und ehemaliger Nahost-Analyst des US-Außenministeriums, wurden von France24 zu den Hintergründen und möglichen Folgen der US-Politik befragt, ohne dass aus den vorliegenden Berichten eine klare Einschätzung zur weiteren Entwicklung hervorgeht.
Offen bleibt in den bisherigen Berichten, wie lange die Angriffsserie fortgesetzt werden soll, welche konkreten militärischen Ziele als nächstes im Fokus stehen könnten und ob es tatsächlich zu neuen diplomatischen Gesprächen zwischen Washington und Teheran kommt. Auch die praktische Umsetzung der angekündigten Blockade und der Gebührenregelung für die Straße von Hormus ist bislang nicht im Detail bekannt. Verschiedene Redaktionen, darunter NDTV und India Today, betonen vor allem die Tatsache der dritten aufeinanderfolgenden Angriffsnacht, ohne zusätzliche Details zu Zielen oder Opferzahlen zu liefern.
Die internationale Gemeinschaft dürfte die Entwicklung mit Sorge verfolgen, da eine weitere Eskalation im Persischen Golf potenziell erhebliche Auswirkungen auf die globale Energieversorgung und die regionale Sicherheit haben könnte. Zugleich zeigen die widersprüchlichen Signale aus Washington – militärischer Druck einerseits, die Betonung diplomatischer Offenheit andererseits – dass der weitere Verlauf des Konflikts derzeit als offen einzuschätzen ist. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob sich die Situation weiter verschärft oder ob neue Verhandlungen zwischen den beteiligten Parteien zustande kommen.
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